Actieknop

Der Strandräuber

Der Beruf des Strandräubers

Strandräuber sind Sammler. Sie suchen den Strand nach brauchbaren Dingen ab. Das kann alles sein: Kisten von einem Fischerboot, kostbare Fossilien, Treibholz oder Flaschenpost. Echte Strandräuber gehen dafür extra zum Strand, am liebsten bei stürmischem Wetter. Dann ist die Chance am größten, dass etwas Besonderes angespült wird. Entlang der Flutlinie ist es am wahrscheinlichsten etwas zu finden. Das ist dort, wo das Wasser während der Flut am höchsten steht. Wenn es Ebbe wird, bleiben dort die meisten Sachen liegen. Früher war Strandräubern eine Möglichkeit, um zusätzlich an Geld zu kommen. Die angespülten Dinge wurden als Baumaterial oder Brennholz verwendet oder sie wurden verkauft. Die Schiffsunglücke waren somit für die Strandräuber eine Einnahmenquelle. Jedes Dorf am Meer hatte ein paar Strandräuber, die jeweils versuchten, schneller als die anderen Strandräuber am Strand zu sein, wenn es dort etwas zu holen gab. Die Räuber waren oft mit Pferden unterwegs, die die Fundsachen tragen mussten. Meistens waren es Shire Horses, eine englische Pferderasse.

Der Strandräuber

Das Meer gibt und das Meer nimmt

Früher lebten in den Niederlanden mehr Menschen von der Fischerei als heute. Es gab noch richtige Fischerdörfer, in denen alle Menschen damit ihr Geld verdienten. Die Männer fuhren mit ihren Fischkuttern raus aufs Meer und blieben manchmal wochenlang draußen. Zu der Zeit war das Leben auf See viel schwerer. Die Fischer hatten längst nicht so viel Ausrüstung wie heute. Das Aussetzen und Einholen der Netze sowie das Ausnehmen der Fische erfolgte per Hand. Falls etwas unterwegs passierte, konnten die Fischer nicht so einfach um Hilfe rufen. Aufgrund von Stürmen und Schlechtwetter gingen viel mehr Schiffe unter als heutzutage. Für die Fischer gehörte das zu ihrem Leben dazu. Ein gebräuchliches Sprichwort der Fischer lautete deshalb: das Meer gibt und das Meer nimmt. Auch Strandräuber reden häufig davon, dass das Meer ihnen etwas gegeben hat, und geben ihm so eine menschliche Eigenschaft. Für Menschen, die immer auf oder am Meer arbeiten, ist es vielleicht so etwas wie ein Mensch. Achten Sie mal darauf, wenn Sie Gespräche unter Strandräubern, Fischern oder Seenotrettern mitbekommen.

Strandräuber von heute

Heutzutage ist Strandräubern kein Beruf mehr, sondern ein Hobby. Die wenigen Strandräuber, die es in den Niederlanden noch gibt, suchen nicht nur den Strand nach brauchbaren Dingen ab. Bei ihnen kann man auch einen Einblick bekommen. Kinder und Erwachsene können mit ihnen am Strand entlangfahren, sich mit ihnen auf Suche begeben und sich ihre Funde im Strandräubermuseum ansehen. Auf Ameland gibt es das Ackerbau- und Strandräubermuseum Swartwoude in Buren.